Es gab Abende, an denen ich vor einer eigentlich witzigen Serie saß – und einfach nur geweint habe. Nicht, weil etwas Bestimmtes passiert war. Sondern weil ich leer war. Ausgelaugt. Weil ich meine ganze Energie an alle anderen verschenkt hatte und für mich selbst nichts mehr übrig war.
Das ist der Punkt, an dem diese Geschichte beginnt.
Was Selbstliebe eigentlich bedeutet - und was sie nicht ist
Selbstliebe wird oft missverstanden – als würde es bedeuten, sich selbst perfekt zu finden oder jeden Tag im Spiegel zu stehen und sich zu bewundern. Für mich bedeutet Selbstliebe etwas viel Einfacheres und gleichzeitig viel Schwereres: sich selbst genauso wichtig zu nehmen wie alle anderen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Genau das hatte ich über lange Zeit verlernt.
Ich war lange ein Mensch, der immer zuerst an andere gedacht hat, bevor ich an mich selbst gedacht habe. Es sollte allen um mich herum gut gehen – wie es mir dabei ging, war erstmal egal. Egal ob in alten Beziehungen, im Job oder in einzelnen Freundschaften: Ich habe mich und meine eigenen Wünsche immer wieder zurückgestellt. Es gäbe unzählige Beispiele dafür, die hier den Rahmen sprengen würden.
Am Ende gab es dann diese Abende, an denen ich einfach nur leer war. Ausgelaugt. Ich habe trotzdem weiter funktioniert – aber ich hatte innerlich so sehr gelitten, dass ich auch nach außen nicht mehr gestrahlt habe. Meine Mutter hat mir das immer wieder gesagt: dass sie das Gefühl hatte, ich sei nicht mehr die strahlende, aufgedrehte Tochter, die sie kannte. Glaubt mir, ich bin wirklich eine die nicht still sitzen kann, gerne Spaß und Quatsch macht und vor allem nicht leise ist.
Ich habe mich zeitweise selbst nicht mehr gemocht. Ich habe mich für nichts mehr gut gefunden und dabei viel Negatives in mein Leben gezogen, während ich nach außen einfach weiterfunktioniert habe. Es gab unzählige Momente, in denen mir alles zu viel wurde. Ich war schnell gereizt, in einfachsten Situationen schnell wütend – ich hatte meine Emotionen einfach nicht mehr unter Kontrolle. Es hat sehr lange gedauert, bis ich irgendwann dachte: Stopp. Wie willst du für andere funktionieren, wenn du selbst gerade eigentlich gar nicht funktionierst?
Der Punkt, an dem ich meine Selbstliebe verloren hatte
Meine Geschichte: Wie ich zurück zu mir selbst gefunden habe
Nach meiner letzten Beziehung habe ich mich komplett zurückgezogen. Ich habe angefangen, mich intensiv mit persönlicher Entwicklung, mit meinen eigenen Mustern, mit mir selbst und das was mir alles geschehen ist, auseinanderzusetzen. Ich habe mich dabei viel besser kennengelernt – wer ich wirklich bin, und warum ich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Art und Weise reagiere.
Ich habe angefangen, mehr das zu tun, was ich selbst möchte. Ich habe wieder mehr Zeit mit Familie und Freunden verbracht – und trotzdem versucht, mir selbst gerecht zu werden und zuerst an mich zu denken. In dieser Zeit habe ich sehr viel Dankbarkeit geübt, habe mehr auf meinen Körper gehört und mir Gutes getan. Sport habe ich dabei nicht getrieben, um meinen Körper zu formen, sondern um mich abzulenken und meinen Kopf freizubekommen. Und irgendwann habe ich gemerkt: Ich fühle mich in meinem Körper wieder wohl – und ich strahle wieder, innen wie außen.
Ich habe angefangen, täglich in mein Manifestationstagebuch zu schreiben und damit auch täglich bewusst Dankbarkeit zu üben. Insgesamt bin ich dadurch ein ruhigerer Mensch geworden, der (fast) immer versucht, positiv zu bleiben. Ich habe meine Emotionen heute sehr gut unter Kontrolle und schaffe es, offen darüber zu sprechen. Dafür brauchte es allerdings auch die richtigen Menschen um mich herum – Menschen, die mich und meine Gefühle wirklich gehört und wahrgenommen haben. Dafür bin ich meinem aktuellen Umfeld unglaublich dankbar.
So stärkst du deine eigene Selbstliebe im Alltag
Was mir persönlich am meisten geholfen hat:
- Dich selbst als Priorität setzen – nicht egoistisch, sondern gleichwertig zu allen anderen, die dir wichtig sind.
- Dich mit dir selbst auseinandersetzen. Verstehen, warum du in bestimmten Situationen so reagierst, wie du reagierst – das war für mich der größte Schlüssel.
- Dankbarkeit üben, z. B. in einem Journal. Ganz bewusst jeden Tag festhalten, wofür du dankbar bist – das verändert mit der Zeit deinen ganzen Blick auf dich selbst.
- Aufhören, überall dabei sein zu müssen. Wenn ich ein schlechtes Gefühl bei etwas habe, lasse ich es sein und bleibe lieber zu Hause.
- Abstand zu Menschen halten, die dich nur auslaugen. Und dafür mehr denen geben, die dich wirklich sehen und dich gut fühlen lassen.
- Auf deinen Körper hören, statt ihn nur zu funktionieren zu lassen – Bewegung darf dabei auch einfach Kopf-frei-machen bedeuten, statt Leistung.
Mein Fazit für dich
Selbstliebe kommt nicht über Nacht. Bei mir war es ein langer Weg – über leere Abende, viele Tränen und die Erkenntnis, dass ich für niemanden mehr funktionieren kann, wenn ich innerlich längst leer bin. Aber genau dieser Weg hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe: zu einem Menschen, der wieder strahlt, innen wie außen.
Wenn du dich in diesem Text wiederfindest – vielleicht gerade selbst an dem Punkt bist, an dem du merkst, dass du zu wenig an dich denkst – dann schreib mir gerne. Über meine Kontaktseite oder per DM auf Instagram bin ich für dich da, falls du lieber im Vertrauen statt öffentlich darüber sprechen möchtest. Oder trag dich in meinen Newsletter ein, damit du keinen neuen Beitrag rund um Selbstliebe und persönliche Entwicklung verpasst.



