Kennst du das Gefühl, wenn du dich für jemanden von Herzen freust – und trotzdem in dir dieser leise Gedanke hochkommt: Warum eigentlich nicht ich?
Genau dieses Gefühl hat mich jahrelang begleitet. Nicht als Neid. Nicht als Eifersucht. Sondern als dieses stille Fragezeichen, das sich meldet, sobald man anfängt, das eigene Leben neben das Leben anderer zu legen.
Warum wir oft unbemerkt das Leben anderer leben
Wir vergleichen uns. Alle. Das ist erstmal völlig normal und menschlich – und trotzdem müssen wir uns immer wieder aktiv daran erinnern: Unser Weg ist der richtige, auch wenn er anders aussieht.
Social Media macht es uns dabei nicht gerade leichter. Jeden Tag konsumieren wir Content, der ein vermeintlich perfektes Leben zeigt – perfekte Wohnungen, perfekte Körper, perfekte Ernährung, perfekte Beziehungen. Und ganz automatisch fühlen wir uns schlechter, sobald unser eigenes Leben gerade nicht so aussieht.
Das Tückische daran: Wir vergleichen unser ungefiltertes Innenleben mit der Hochglanz-Außenseite von anderen. Und genau da beginnt der Punkt, an dem wir aufhören müssen, unser Leben am Leben anderer zu messen.
Der Moment, in dem mir klar wurde, wessen Leben ich eigentlich lebte
Bei mir waren es meine Mädels. Alle wunderschön, alle mit dem richtigen Partner an ihrer Seite, die meisten schon verheiratet, die Kids da, zum Teil sogar schon das eigene Häuschen. Und ich habe mich immer wieder gefragt: Warum habe ich noch nicht den richtigen Partner an meiner Seite? Warum habe ich noch keine Kinder? Warum frage ich mich ständig, was ich noch nicht habe – statt zu sehen, was ich schon habe?
Wohlgemerkt: Es war zu keinem Zeitpunkt Eifersucht. Ich gönne meinen Mädels alles von Herzen und bin auf jede Einzelne wahnsinnig stolz für das, was sie sich aufgebaut haben. Es war eher dieser Gedanke: Warum sind sie alle schon so weit – und bei mir fügt sich das alles einfach noch nicht?
Meine Mädels wussten dabei selbst, dass ich „anders“ bin. Bei mir stand und steht die Karriere im Fokus. Und trotzdem – oder gerade deshalb – wünschen sie mir all das genauso von Herzen, damit auch ich irgendwann an meinem Punkt ankomme.
Meine Geschichte: Vom vorgezeichneten Weg zu meinem eigenen
Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie meine Stimmung leidet, sobald ich mich verglichen habe – und wie ich anschließend anfing, mich selbst schlechtzureden. Du bist nicht gut genug. Du hast das alles Gute nicht verdient. Irgendwann habe ich realisiert, dass das kompletter Blödsinn war.
Alte Beziehungen und zerbrochene Freundschaften haben mich dabei mehr und mehr zum Reflektieren gebracht. Ich habe angefangen, mein eigenes Verhalten und das Verhalten anderer zu analysieren und meine Learnings daraus zu ziehen. Über lange Zeit habe ich mich angepasst, um dazuzugehören. Habe mich verstellt, um nicht aufzufallen. Und wenn ich dann doch einmal wirklich ich selbst war, hatte ich das Gefühl: Ich bin zu viel. Over the top.
Genau an diesem Punkt habe ich angefangen, mehr auf mich selbst zu achten – und ganz genau hinzuschauen, bei wem ich wie bin, und bei wem ich mich wirklich zeigen kann, so wie ich bin.
So findest du deinen eigenen Weg, statt dem anderer zu folgen
Was mir persönlich geholfen hat, meinen eigenen Weg zu finden:
- Ich habe mich intensiv mit persönlicher Entwicklung beschäftigt – Bücher gelesen, Podcasts gehört, ganz bewusst in mich reingehört.
- Ich habe manifestiert und meditiert, um mir selbst wieder näherzukommen statt mich in fremden Lebensentwürfen zu verlieren.
- Ich habe angefangen, meinen Weg als „anders“, nicht als „falsch“ zu betrachten. Bildlich gesprochen bin ich an einer Kreuzung einfach in eine andere Richtung abgebogen als meine Mädels – und das ist gut und richtig so, weil es genau dahin gezogen hat, wo ich hinwollte.
- Ich glaube daran, dass nichts ohne Grund passiert. Wenn du den Job nicht bekommen hast, dann ist es so – es wartet ein anderer auf dich. Wenn du den richtigen Partner noch nicht gefunden hast, dann war einfach noch nicht die Zeit dafür – vielleicht, weil du vorher noch etwas anderes lernen durftest.
Heute kann ich sagen: Alles, was ich erlebt habe, hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und ich bin gut so, wie ich bin – mit meinem eigenen Weg, meinem eigenen Tempo.
Und das Schönste daran: Auch ich bin mittlerweile an meinem Punkt angekommen – nur eben auf meine eigene Art und zu meiner eigenen Zeit. Ich habe meinen Ort gefunden, meinen Partner, mein neues Zuhause. Nicht, weil ich dem Weg meiner Mädels gefolgt bin, sondern weil ich meinen eigenen gegangen bin. Genau das zeigt mir: Es fügt sich alles zusammen, wenn es dran ist – nur eben nicht nach einem fremden Fahrplan.
Mein Fazit für dich
Der Weg deiner besten Freundin, deiner Schwester oder der Person, deren Leben auf Instagram so perfekt aussieht, ist nicht dein Weg – und muss es auch nicht sein. Es ist völlig in Ordnung, sich zu vergleichen; wir sind schließlich Menschen. Aber es ist genauso wichtig, sich selbst immer wieder daran zu erinnern: Dein Weg ist deiner. Und er darf anders aussehen, anders verlaufen, anders aufgebaut sein.
Wenn du dich in diesem Gedanken wiederfindest – dass du dich gerade fragst, warum sich manches bei dir „noch nicht“ fügt – dann schreib es mir doch gerne ein Nachricht oder eine DM auf Instagram. Oder trag dich in meinen Newsletter ein, dann verpasst du keinen neuen Beitrag rund um Selbstbestimmung und persönliche Entwicklung.



